Donnerstag, 22. Dezember 2011

We wish you a MERRY CHRISTMAS, we wish you a MERRY CHRISTMAS, we wish you a MERRY CHRISTMAS and a HAPPY NEW YEAR!

So, jetzt ist das Jahr inzwischen fast vorbei. Wahnsinn, was das Jahr 2011 alles für mich in Petto hatte. Sehr schöne Momente und auch ein paar weniger schöne Momente, aber generell kann man wohl sagen, dass 2011 ein sehr einschneidendes Jahr in meinem Leben war.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal allen denen, die mir diesen Aufenthalt in Ghana ermöglicht haben, von ganzem Herzen danken. Es war, glaube ich, die beste Entscheidung meines Lebens dieses FSJ hier in Ghana zu machen, aber ohne eure Hilfe waere es nicht moeglich gewesen.

So um euch alle jetzt mal wieder auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen, hier mein neuer Bericht. 

Bei mir haben am Freitag, den 15ten Dezember endlich die Ferien angefangen. Dann habe ich erstmal 3 Wochen frei, bis ich am 10ten Januar dann wieder in die Schule zurück kehre. Seit Langem habe ich aber mal wieder das Gefühl, die Ferien auch wirklich verdient zu haben. Denn die letzten zwei Wochen in der Schule waren ganz schön anstrengend, mit Exams korrigieren und Zeugnissen erstellen etc.

Wahrscheinlich werde ich die Ferienzeit nutzen, um ein bisschen in diesem wunderschönen Land rum zu reisen. Vom 27ten Dezember an werde ich dann mit ein paar Freunden die Küste Ghanas unsicher machen. Wir fangen an mit 2 ruhigen Tagen in Senya Beraku, wo wir im Fort of Good Hope übernachten. Dann fahren wir zu einer Lodge am Strand, um dort Sylvester zu feiern und ab dem 1sten geht’s dann Richtung Elfenbeinküste. Natürlich sind wir mal wieder ziemlich spät dran mim planen, deswegen werden wir da einfach viel spontan entscheiden.
Ich freue mich auch schon riesig, endlich ein bisschen mehr von dem Land zu sehen, was inzwischen zu meiner dritten Heimat geworden ist. Auch wenn es ein fremdes Land ist, fühle ich mich inzwischen schon wie ein Teil davon. Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, wie schnell man sich an alles Neue gewöhnt.

Weihnachten, also heilig Abend, werde ich mit Tomma und ein paar anderen Freiwilligen zusammen verbringen. Denn hier in Ghana ist der 25te, der Boxing Day, eigentlich der entscheidende Weihnachtstag. Den werden Tomma und ich dann auch zu Hause mit unserer Gastfamilie verbringen. Wir haben noch eine Gastgeschenke vom Anfang übrig, außerdem lassen wir unserer Mutter noch ein Slate and Cover schneidern, eine traditionelle Kleidung für den Gottesdienst und andere Feste wie Hochzeiten.
Weihnachten hier zu feiern ist schon so ne Sache. So richtige Weihnachtsstimmung ist bei mir leider noch nicht aufgekommen, denn seien wir mal ganz ehrlich, das Einzige was mich hier daran erinnert, dass wir gerade in der Vorweihnachtszeit sind, sind die Weihnachtslieder, die ab und zu zu hören sind. Aber sonst fühle ich mich leider nicht so weihnachtlich, bei über 30 Grad Celsius jeden Tag, und anstatt von Schnee und Tannenbäumen sieht man hier Strand und Palmen. Haha…..
Den dritten Advent habe ich mit Freunden am Sir Charles Beach in Winneba verbracht. Allein die Vorstellung war schon ziemlich abstrus. Aber wir hatten trotzdem einen sehr schönen Tag. Wir haben vorher extra ein paar Früchte eingekauft, sind schwimmen gegangen und haben die meiste Zeit Karten gespielt. Advent mal ganz anders halt. :D Fotos von dem Tag könnt ihr euch auch in der Diashow angucken.

Mhhh.. was ist sonst noch alles passiert? Ach ja, inzwischen hatte ich leider schon Malaria, nach knapp 2 Monaten im Land. Auch wenn ich unter einem Mosquitonetz schlafe und Mosquitospray benutze, kriege ich trotzdem ständig Mückenstiche. Sehr beliebt bei den Mosquitos sind meine Füße, da ich hier die meiste Zeit auch nur Flipflops trage.
Es war ein Dienstag und irgendwie habe ich mich schon den ganzen Tag schlapp gefühlt, was allerdings auch so schon mal vorkommt, deswegen habe ich mir dabei nichts gedacht. Als wir zu Hause am Essenstisch saßen war mir auf einmal kalt, was ich schon sehr komisch fand. Nachdem ich meine Schwestern gebadet habe, hat meine Haut förmlich geglüht und siehe da ich hatte 39,5 Grad Celsius Fieber und außerdem noch andere typische Malaria-Symptome wie Durchfall und Kopfschmerzen.
Dienstagsabends geht meine Gastmutter meistens in die Kirche, also passen wir dann normalerweise auf die Kleinen auf. An dem Tag war das allerdings ziemlich ungünstig. Wir haben versucht, Mama auf dem Handy zu erreichen um ihr zu sagen, dass Tomma und ich ins Krankenhaus fahren, aber sie hatte ihr Handy leider zu Hause gelassen. Deswegen haben wir die zwei Kleinen dann bei einer unserer Nachbarinnen abgegeben und sind mit dem Taxi Richtung Krankenhaus gefahren. Da war es dann schon so 20 Uhr. Rückblickend bin ich froh, dass es erst abends ausgebrochen ist, weil das Krankenhaus tagsüber dermaßen überfüllt ist, dass man generell an die 3-4 Stunden oder auch den ganzen Tag warten muss, bis sich jemand um einen kümmert. Tomma hatte bevor wir losgefahren waren unserem Mentor, Emmanuel, bescheid gesagt, sodass er kurz nach uns angekommen ist. Nach circa einer halben Stunde wurde ich dann in den Emergency Room gerufen, wo ich erstmal die Symptome beschreiben sollte. Eigentlich war direkt klar, dass es sich zu 99% um Malaria handelt, trotzdem haben sie mir erstmal Blut abgenommen, um den Malaria-Schnelltest zu machen. Inzwischen hatte ich ziemlich starken Schüttelfrost bekommen, sodass ich nach dem kurzen Besuch im Labor wieder in den ER gebracht wurde. Da sollte ich mich dann erstmal hinlegen und habe 2 Infusionen bekommen, die das Fieber reduzieren sollten. Der Test hatte ergeben, dass ich Malaria +1 und eine Infektion habe.
 Die Krankenschwester hat Emmanuel und Tomma daraufhin Medikamente kaufen geschickt. Als die beiden weg waren habe ich noch zwei Spritzen von der Krankenschwester bekommen, die ziemlich weh getan haben. Genau in dem Moment hat die Ärztin angefangen zu lachen, weshalb ich sie dann erstmal angeschnauzt habe, was es denn da zu Lachen gäbe. Leider hatte ich die ganze Situation missverstanden, denn sie war in dem Moment mit einem Medizinstudenten auf Fanti am reden und hat wegen etwas total anderem gelacht.
Na ja auf jeden Fall war ich ziemlich froh, als Tomma und Emmanuel wieder da waren, und ich mich langsam wieder ein bisschen beruhigen konnte. Die Ärztin hatte mir zwischenzeitig nämlich noch gesagt, dass ich über Nacht im Krankenhaus bleiben müsste, da meine Temperatur immer noch zu hoch sei. Nachdem ich dann eine Spritze mit dem Malariamittel in die Hand gestochen bekommen habe, musste ich ein bisschen warten.
Was ich schon echt ekelhaft fand, war, dass ich während des Wartens gemerkt habe, wie Käfer auf mir rumkrabbelten. Und das in einem Raum, wo Notfallpatienten behandelt werden.
Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich nicht gerade heiß darauf bin, noch mal in dem Krankenhaus behandelt zu werden. Zum Glück wurde ich so gegen 23-24 Uhr doch nach Hause entlassen, allerdings musste ich mir am Mittwoch um 9 Uhr die zweite Malariaspritze abholen. Der Stoff ist ziemlich stark sodass man wirklich merkt, wie das Medikament durch das Blut in deiner Hand den Arm hoch wandert und sich dann im Körper ausbreitet.
Außerdem muss man dann für 3 Tage morgens und abends jeweils 4 Tabletten gegen Malaria einnehmen, 3 Tabletten Paracetamol und 2 Tabletten Antibiotika täglich. Mit Medikamenten war ich also erstmal bedient. Ich war dann auch bis Ende der Woche nicht mehr in der Schule und der Montag danach war glücklicherweise ein Feiertag, sodass ich genug Zeit hatte mich aus zu ruhen. Die ersten zwei Tage gings mir ziemlich dreckig, aber danach habe ich mich dann einfach nur noch ziemlich schlapp gefühlt. So, das ist meine kleine Geschichte zu meinem ersten und hoffentlich letzten Aufenthalt im Governmental Hospital von Agona Swedru.

Mehr interessante Geschichten werden noch folgen. Mal sehen, was das neue Jahr dann so alles mit sich bringt. :D Auf jeden Fall freue ich mich schon riesig über den Besuch von meinem Papa und meinem Bruder im Februar.

Doch bis dahin wünsche ich euch allen Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2012...

Sonntag, 4. Dezember 2011

It’s been a long time


Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass es so lange her ist, seit ich das letzte Mal einen Eintrag gepostet habe. Dafür kann ich euch jetzt aber auch umso mehr erzählen.

Ich fang mal mit meinem Projekt an. Also die Schule steht noch. haha Diese Woche haben an unserer Schule die Exams angefangen. Jeden Tag werden dann in zwei Fächern die Abschlussklausuren für den Term geschrieben. Am Donnerstag habe ich mit meiner fünften Klasse Integrated Science geschrieben. Morgens war Mathe dran und um 12:30 Uhr haben sie dann angefangen Science zu schreiben. Ohne Spaß, ich war vorher ein schon ziemlich nervös, weil beide Klassen relativ schlechte Resultate während des normalen Unterrichts erzielt haben.
Um ehrlich zu sein ist bei der Planung vor den Exams auch einiges schief gelaufen. Uns wurde nämlich am Montag vor zwei Wochen erst gesagt, dass in der kommenden Woche Exams geschrieben werden und wir uns somit schon in der Revision Week befunden haben. Die letzte Woche vor den Exams wird hier traditionell zur Wiederholung genutzt. Da den Lehrern die Nachricht allerdings so spät erst mitgeteilt wurde, war keiner darauf eingestellt und keiner hatte seinen Unterricht dem entsprechend geplant. Ich persönlich dachte dass wir noch zwei Wochen Unterricht haben, bevor die Revision Week anfängt, weil das bei Tommas Schule so ist. Eigentlich hatte ich das dann so geplant gehabt, dass ich die zwei Wochen noch nutze um 2 Themen abzuarbeiten, die ich in den Exams abfragen wollte. Doof gelaufen, dadurch musste ich den Schülern dann in einer Woche 2 Topics beibringen und gleichzeitig noch die Wiederholung machen. Aber das ist mir hier schon mehrmals aufgefallen, dass mit der Planung funktioniert hier nicht so wie in Deutschland, wo jeder immer einen strikten Plan hat und alles schon Monate im Voraus geplant wird.
Was mir dann auch ganz schönes Kopfzerbrechen bereitet hat war der Bewertungsbogen, den ich vor den Exams noch ausfüllen musste. Wie ihr euch vielleicht schon denken könnt, ist hier das ganze Schulsystem etwas anders geregelt. Hier wird halt mit Marks gerechnet, also mit Punkten. Für Hausaufgaben gibt es Punkte, für Aufgaben während des Unterrichts gibt es Punkte und natürlich für Klassentests. Leider wurde mir am Anfang versäumt, dieses Bewertungssystem genau zu erklären. So wusste ich zum Beispiel nicht, dass 3 Tests geschrieben werden müssen und insgesamt 40 mögliche Marks-Punkte dabei rauskommen müssen. Und dass man vier Hausaufgaben bewerten muss, die dann 20 Punkte ergeben sollen. Aber es geht nur darum, wie man das Malheur mathematisch wieder ausbügeln kann. Dann wurden einfach Punkte multipliziert und addiert um auf die gewünschten 100 Punkte für die Arbeit im Unterricht zu kommen.

Nach einem schönen Wochenende, das wir erneut in Koforidua verbracht haben, um den Geburtstag von Niklas, einem unserer Freiwilligen zu feiern, ist jetzt eine kurze Woche vorbei, denn Freitag war Farmersday, einer der vielen Feiertage und deswegen keine Schule. Zusammen mit unserem Mentor sind wir nach Nsaba gefahren. Ein paar Fotos davon könnt ihr in der Diashow sehen, die ich inzwischen wieder ans Laufen gebracht habe. Normalerweise kommt der Präsident persönlich, da Atta Mills allerdings im Moment außer Landes ist, war der Vizepräsident anwesend, um die ganzen Farmer und ihre Produktivität zu  loben. Außerdem waren wieder einige Chiefs anwesend. Leider ist in der Nacht davor ein Chief bei einem Autounfall gestorben, dass heißt es gibt demnächst wieder eine GROSSE Beerdigung.

Vorletztes Wochenende waren wir in Botiasor bei unserem zweiten Seminar. Es war echt cool. Wir haben viel besprochen, wie’s in unseren Gastfamilien läuft, in unseren Projekten, Kritik angebracht und versucht Lösungen für Probleme zu finden. Abends haben wir dann ein bisschen Party und ein Lagerfeuer am Strand gemacht. Das Essen war nur leider viel zu gut, sodass ich mich total überfressen habe. Dadurch ist mir jetzt erstmal der Appetit auf Red Red vergangen. Generell ist Red Red aber superlecker. Es besteht aus Fried Plantains, also frittierte Kochbananen mit einer Art Bohneneintopf, hört sich vielleicht komisch an, schmeckt aber himmlisch.

Das Essen hier ist zwar ziemlich anders, schmeckt aber wirklich gut. Insgesamt ist es sehr Protein- und Kohlenhydratehaltig, ziemlich scharf und außerdem wird hier eine Unmenge von Öl verwendet, was natürlich Auswirkungen auf den Körper hat. Inzwischen wurde mir schon öfters gesagt, dass ich fett werde. Hier ist das ein Kompliment, trotzdem ist es ziemlich nervig, weil es bei uns ja ziemlich abwertend ist. Um ehrlich zu sein, merk ich das selber aber gar nicht sooo sehr. Also ich pass auf jeden Fall noch in meine deutschen Klamotten rein. Haha

So ihr Lieben, ich glaube es ist mal wieder an der Zeit mich zu verabschieden. Der Wetterbericht hat mir gesagt, dass es bei euch zu Hause schon ziemlich frostig ist. Deshalb schick ich euch zusätzlich zu vielen lieben Grüßen auch mal ein bisschen Ghanaische Sonne um euch ein bisschen zu wärmen ;D haha

Donnerstag, 27. Oktober 2011

SAME SAME BUT DIFFERENT


Hier hat es diese Woche ziemlich viel geregnet. In Accra ist eine ganz schöne Überschwemmung und auch hier in Swedru ist der Fluss ganz schön angestiegen. Da ich aber auf einem Berg wohne, sitze ich zum Glück noch auf dem Trockenen. Ihr müsst euch also keine Sorgen machen.

Morgen werde ich mit einem Kollegen in die Voltaregion fahren zu einer Abschlussfeier von Polizeibeamten und am Samstag werde ich dann an einer Beerdigung außerhalb von Swedru teilnehmen. Mein Wochenende ist also schon wieder ziemlich ausgebucht. :D
                    
Die letzten drei Wochenenden hab ich auch die traditionelle Seite von Ghana ein bisschen kennen gelernt, die doch so ganz anders ist und die man sich in Deutschland nicht mal vorstellen kann.

In Swedru ist im August die Queen Mother im Alter von 133 Jahren ;D gestorben und vorvorletztes Wochenende war ihre Beerdigung. Zwar ist Ghana eine demokratisch gewählte Republik, trotzdem gibt es in den einzelnen Regionen, Städten und Dörfern noch die traditionellen Oberhäupter, so genannte Chiefs, Kings und Queens.
Beerdigungen generell sind hier viel größer und ganz anders als in Deutschland. Natürlich wird auch hier um die Verstorbenen getrauert, aber die Zeremonien sind ganz anders aufgezogen. Zum einen sind Beerdigungen hier viel größer und es ist nicht ungewöhnlich, wenn einer Beerdigung hunderte von Menschen beiwohnen. Nach dem Gottesdienst wird eine große Zeremonie abgehalten. Es wird quasi ein Rechteck geformt, mit hunderten von Stühlen an allen Seiten, und die Leiche wird teilweise präpariert für alle sichtbar in der Mitte aufgestellt oder aufgebahrt. Bands spielen stundenlang, es wird gesungen, getanzt und gegessen. Sogar Popcorn wird hier bei Beerdigungen gegessen. Bei meiner ersten Beerdigung kam ich mir deshalb vor als wär ich in nem schlechten Kinofilm.
Die Trauergemeinschaft kleidet sich ganz in schwarz und/oder rot und vor allem wenn der Leichenwagen mit dem Sarg in Richtung Geburtsstadt aufbricht, wo die Leute traditionell beerdigt werden, wird den Emotionen freier Lauf gelassen.
Wenn es passiert, dass ein Chief, König oder eine Königin stirbt, dann ist das hier eine große Angelegenheit. Schon Wochen vorher wird die Stadt in rot und schwarz geschmückt. Wie in allen Monarchien haben auch hier die Oberhäupter ihre Untertanen, von denen sie bedient werden. Da die Oberhäupter auf der Erde etwas Besonderes waren, sollen sie aber auch im Jenseits bedient werden, weshalb man in der Woche vor der Beerdigung lieber nicht mehr im Dunkeln rumlaufen sollte. Denn dann machen sich die „Headhunter“ auf die Suche nach Köpfen. Von einem anderen Chief wird festgelegt, wie viele Diener und damit Köpfe gebraucht werden und dann wird den anderen Chiefs mit Hilfe von Mangos mitgeteilt, wie viele Leute geköpft werden sollen. Pro Kopf eine Mango. Und die Köpfe werden dann auf den Sarg gelegt, wenn dieser in das Grab eingelassen wird. Offiziell ist das zwar inzwischen per Gesetz verboten, allerdings ist es anscheinend immer noch Brauch. Allerdings wird das deshalb inzwischen alles im Dunkeln gemacht, sodass man nur Gerüchteweise hört wie viele Köpfe rollen müssen.

In Ghana hat jeder Chief einen Chiefs Stool einen kleinen hölzernen Hocker, fast wie ein Thron. Es wird geglaubt, dass der Stool den Chiefs ihre Macht verleiht. Damit der Stool aber die Macht über das Volk behält, muss er regelmäßig Opfer erhalten. Diese Opfergaben sind entweder tierisches oder Menschliches Blut. So wurde mir das auf jeden Fall von einem Bekannten erklärt, der später mal König in seinem Ort werden soll.

Und vorletztes Wochenende waren wir dann in Akopong in der Eastern Region und haben uns da das Odwira Festival angeguckt. Eigentlich war das Festival eine ganze Woche lang, da wir aber ja alle unsere Projekte haben, konnten wir erst am Freitag anreisen.

Zu sechst sind wir von Swedru aus losgefahren Richtung Koforidua, wo wir unseren Tourguide Prosper und seine Freunde Quame, Samuel und Bryan getroffen haben. Von Koforidua sind wir dann nach Adukrom, wo wir das Wochenende über geschlafen haben, und hinterher nach Akropong gefahren. Als wir in Akropong ankamen waren die Straßen schon vollkommen zu. An beiden Straßenseiten standen Unmengen von Menschen und in der Mitte der Straße war eine Schneise. Anfangs habe ich nur große Sonnenschirme gesehen die die Straße herunterliefen, aber als ich mich dann ein bisschen weiter vorgekämpft hatte, habe ich gesehen, dass unter den von Dienern getragenen Sonnenschirmen mit Gold und edlen Gewändern ausgestattete Männer liefen oder auf Sänften getragen wurden. Je höher die Chiefs von Rang waren, desto mehr wurden sie bejubelt. Begleitet wurden die Chiefs von traditionellen Trommelklängen. Es gibt eine weibliche und eine männliche Trommel. Einerseits unterscheiden sie sich im Klang, die weibliche ist heller und andererseits auch im Aussehen.

Jeder Chief hatte seine eigene Art die Menge zu begrüßen, einer hat auf der Sänfte einen Begrüßungstanz aufgeführt, der Andere hat nur gewunken und wieder einer hat Süßigkeiten in die Menge geschmissen. Da hab ich mich ein bisschen gefühlt, als wäre ich gerade beim Rosenmontagszug in Köln.. haha komisch welche Ähnlichkeiten man da auf einmal sieht. Die Stadt war in einem Ausnahmezustand, wo man hingegangen ist wurde gefeiert, also haben wir uns einfach angeschlossen und mitgefeiert.

Nachmittags sind wird dann wieder zum Apartment, während wir darauf gewartet haben, dass die restlichen Leute unserer Gruppe zu uns stoßen. Als ich die Fahrt mit Prosper geplant hatte, war ich eigentlich von 15 Freiwilligen ausgegangen, aber irgendwie waren wir dann auf einmal 29 Obrunis und um ehrlich zu sein hatte ich da zum ersten Mal einen Kulturschock. Einfach weil ich es nicht erwartet hab so viele Weiße um mich zu haben und seit ich in Ghana angekommen bin auch nicht so viele Weiße auf einem Haufen gesehen hab. Was ich nämlich immer so schade finde ist, dass sich viele der Weißen ein bisschen abschotten und immer nur miteinander abhängen und dann natürlich Deutsch sprechen. Das ging mir das ganze Wochenende auch ein bisschen auf den Keks, weil wofür sind wir denn nach Ghana gekommen um dann nur mit anderen Freiwilligen zusammen zu hocken?!

Samstags haben wir dann einen Ausflug zum Sajuna Beach Club in Akosombo gemacht. Der Club ist direkt an dem Volta Fluss gelegen und das haben wir dann direkt mal ausgenutzt, um eine kleine Bootstour über den Volta zu machen. Mit vier Booten sind wir raus auf den Voltafluss gepaddelt und es hat einfach super viel Spaß gemacht. Da die meisten Ghanaer nicht schwimmen können, hatten unsere Ghanaischen Freunde anfangs noch ziemlichen Respekt, aber mit der Zeit haben sie die Angst total vergessen und wir haben ein Rennen gemacht und gesungen und ne ziemliche tolle Zeit gehabt.

Wir haben einige Fotos gemacht, sobald ich die Fotos von ner Freundin bekomme, werde ich sie für euch sofort online stellen. :D Die ersten sind aber auch schon auf Facebook, für alle die sich die Fotos schon mal so angucken wollen.

So ich glaube, dass ist jetzt auch erstmal wieder genug erzählt. Ich will euch ja auch nicht langweilen.

Liebe Grüße,
Sandra

Freitag, 16. September 2011

GOOD MORNING MADAM KORN! :D


Offiziell hat die Schule in Ghana am Montag, den 12.09.2011 wieder aufgemacht, aber der richtige Unterricht fängt immer erst eine Woche später an. Die erste Woche wird normalerweise dafür genutzt, die administrativen Angelegenheiten zu regeln.

Emmanuel, mein Mentor meinte eigentlich, dass die Freiwilligen am Dienstag in den Schulen vorgestellt werden. Leider hat sich weder er noch Lucy, die zweite Mentorin, bei uns gemeldet. Als wir angerufen haben, meinte Emmanuel: „Vielleicht morgen“. Doch auch am Mittwoch haben wir nix gehört, wann unser Projekt startet. Wir haben die Zeit dann einfach genutzt, um sich als Gruppe mal wieder zu treffen und die Stadt ein bisschen zu erkunden.

Donnerstags morgens hat uns dann Felix, ein weiterer Freiwilliger angerufen, dass Emmanuel gleich mit ihm bei Tomma und mir vorbeischaut und Tomma zu ihrer Schule bringen wird. Als Emmanuel kurz darauf bei uns war meinte er, „ich bring die beiden kurz zur Salvation und dann komme ich dich abholen und wir fahren zusammen zur SWIS“…  Gut, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, hab mir nur kurz was Schickes angezogen und dann hat mich Emmanuel auch schon mitgenommen zur SWIS.

Die Swedru International School liegt ein bisschen außerhalb von Agona Swedru, weshalb ich morgens und nachmittags immer mit dem Taxi fahren muss. Eine Fahrt kostet 40 Pesewas, das sind ungefähr 20 Cent.

Als wir an der SWIS angekommen sind, hat Emmanuel erstmal nach dem Weg zum Schulleiter gefragt und dann saß ich auch schon in dessen Büro. Der Schulleiter hat mich ziemlich herzlich begrüßt und zusammen haben wir überlegt, welche Fächer ich demnächst unterrichten werde. Geeinigt haben wir uns auf Creative Arts in Class 4, A und B, und Science für die Upper Primary Class 5, A und B. Das heißt, ich habe insgesamt 4 Klassen. Kingsley, einer meiner Kollegen hat mich dann erstmal ein paar anderen Lehrern vorgestellt. Emmanuel war zu dem Zeitpunkt schon längst wieder verschwunden.

Da ich eigentlich nur von einer Introduction ausgegangen war, hatte ich auch keinerlei Materialien dabei und dachte nicht, dass ich direkt vor die Klasse gestellt werde, so nach dem Motto: Just keep them entertained!

Nachdem ich mich der Klasse vorgestellt hatte, hab ich erstmal ein bisschen von Deutschland erzählt und gefragt, was sie denn letztes Jahr in meinem Fach gelernt haben. In der zweiten Klasse habe ich dann gefragt, ob die Kids mir ein bisschen Fanti beibringen können und im Gegenzug habe ich ihnen ein bisschen Deutsch beigebracht. Um 14 Uhr war dann Schluss. Normalerweise schließt die Schule erst um 4 Uhr, aber in der ersten Woche wird das nicht so eng gesehen.

Heute Morgen bin ich dann um 6:30 Uhr aufgestanden um noch vor 8 Uhr an der SWIS zu sein. Als ich an der Schule ankam, waren die Schüler schon das Schulgelände am saubermachen. Das machen die jeden Morgen. Um 8 Uhr ist dann auf dem Innenhof eine Assembly, wo die Schüler beten, auf die Ghanaische Flagge schwören und ein bisschen Sport machen. Danach geht es in die Klassenräume. Diese sind nicht wie in Deutschland. An der SWIS haben die Klassenräume keine Türen oder Fenster, nur (kleine) Mauern, wodurch sie getrennt werden. Wenn eine Klasse also laut ist, stört das direkt den Unterricht der anderen Klassen.
Während der ersten Stunde habe ich dann nur an der Seite gesessen, zugehört und mich ein bisschen auf die nächste Stunde vorbereitet, da ich inzwischen schon das Science Buch bekommen habe. Zur ersten Pause wurden dann die Lehrer zu einem Meeting zusammengerufen, welches bis zum Ende der zweiten Pause ging. Um 13.30 Uhr habe ich dann angefangen mit dem Unterricht in Science. Es ging um Blumen….

Die Kinder sind zwar zuckersüß, habens aber auch faustdick hinter den Ohren. Das einzige wovor sie Angst haben sind Schläge. Unser Direktor hat zwar in dem meeting den Artikel im Gesetz vorgelesen, wo drinsteht, dass man die Schüler nicht schlagen darf, daraufhin haben die Lehrer aber nur angefangen zu lachen.

Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit der Schule und den Klassen und ich freue ich schon drauf hier für 10 Monate zu unterrichten.

Montag, 12. September 2011

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MEINE LETZTEN TAGE IN DEUTSCHLAND UND DIE ERSTEN IN GHANA


So, endlich habe ich es geschafft, nach fast zwei Wochen, die ich jetzt schon in Ghana bin, euch endlich einen Bericht darüber zu geben, wie es mir ergangen ist.

Am besten fange ich mal ganz von vorne an. Wie ihr euch wahrscheinlich alle vorstellen könnt, waren die letzten Tage in Deutschland ganz schön hektisch. Das Packen war eine Angelegenheit für sich. Im Endeffekt habe ich wahrscheinlich viel zu viele Sachen mitgenommen, aber wer weiss, ob ich sie nicht in den zehn Monaten noch brauche.

Um ehrlich zu sein, waren die letzten zwei Wochen in Deutschland wie ein emotionaler Trip auf der Achterbahn, einerseits freut man sich auf das Abenteuer, andererseits ist da auch die Angst vor dem Ungewissen. Dazu kommt, dass es in meiner Familie zwei ziemlich traurige Vorfälle gegeben hat, bevor ich geflogen bin. Mein Opa hatte ca. zwei Wochen vor meiner Abreise einen Schlaganfall und meine Oma ist in der Nacht zum 31. August gestorben. Ihr könnt euch also vorstellen, dass es mir nicht leicht gefallen ist, in dieser schwierigen Zeit meine Familie alleine zu lassen. Ich bin nur froh, dass meine Familie mir den Rücken gestärkt und mir die Entscheidung, trotz allem nach Ghana zu gehen, erleichtert hat.

Am Donnerstag den 01.09.2011 ging es dann endlich los, nach Monaten der Vorbereitung war es endlich soweit. Zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder bin ich morgens zum Frankfurter Flughafen gefahren um meinen Flieger um 14:35 Uhr zu erwischen. Der Flug war ziemlich unspektakulär, sodass wir pünktlich gegen 19:00 Uhr Ortszeit in Accra angekommen sind. Als ich die Treppe vom Flieger heruntergestiegen bin, dachte ich für einen kurzen Moment ich bin ein Fisch auf Land. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit hatte ich das Gefühl, nicht Atmen zu können.

Nachdem ich das typische Prozedere am Flughafen durchlaufen hatte, kam ich in die Eingangshalle. Dort sollte eigentlich mein Projektpartner schon auf mich warten. Dieser hatte aber leider im Stau gestanden und so wusste ich erstmal nicht wohin. Nachdem ich ungefähr 15 Minuten gewartet habe, kam Henry, der Projekt Manager von ARA, um mich abzuholen. Wir sind dann zusammen in eine Art Restaurant gegangen, wo ich dann auch schon Kingsley Nii Addy kennen gelernt habe. Er ist der Gründer und Kopf von ARA. Die beiden haben mich ziemlich mit Fragen durchlöchert und versucht mich auf die Probe zu stellen, während wir auf einen weiteren Freiwilligen gewartet haben. Dessen Flieger hatte leider Verspätung, weshalb wir noch eine ganze Weile am Flughafen warten mussten. Mit dem Taxi ging es dann mitten in der Nacht quer durch Accra zu dem Haus, wo unser Orientation Seminar stattfinden sollte. Nachdem wir unsere Mosquitonetze aufgehangen haben, sind Niklas und ich einfach nur noch tot ins Bett gefallen.

Am nächsten Morgen wurde ich schon ziemlich früh vom Krähen des Hahnes und lautem Gesang geweckt. Ich glaube es war so gegen 4-5 Uhr. Das ist die Zeit, wenn die Ghanaer normalerweise aufstehen. Nach einer ziemlich kalten Dusche habe ich mich dann erstmal auf den Weg gemacht, das Haus und den Garten ein bisschen zu erkunden. Das Haus ist wirklich toll, allerdings auch sehr auf die westlichen Bedürfnisse ausgerichtet. Das Frühstück haben Henry und ich auf der Dachterrasse zu uns genommen. Ein Traum, der Ausblick ist einfach sagenhaft. Der Atlantische Ozean ist nämlich quasi direkt vor der Haustür. Nach einem Strandspaziergang am Nachmittag gab es abends dann Supper. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, auch während meiner Zeit in Ghana Vegetarier zu bleiben. Diesen Vorsatz habe ich leider nicht erfüllen können, da es zum Abendessen Reis mit Stew gab, was ich nicht wusste war, dass in dem Stew Tunfisch drin war. Das habe ich aber erst gemerkt als ich schon die Hälfte gegessen hatte.

Abends haben Niklas und ich noch gewartet bis die anderen Freiwilligen (von IJGD) ankamen, deren Flieger hatte aber 3 Stunden Verspätung sodass sie irgendwann in der Nacht ankamen.

Das Seminar hat insgesamt 5 Tage gedauert. Direkt am ersten Seminartag sind wir nach Accra reingefahren. Das allein war schon ein Abenteuer für sich. Immer wenn die Autos an einer Ampel halten mussten, kamen Straßenhändler mit allen möglichen Waren. Es ist schwierig zu beschreiben, man muss es einfach selbst gesehen haben.

Accra selber ist sehr unterschiedlich, zum einen die Bauruinen und Wellblechhütten, zum anderen die großen Kolonialbauten. Und überall sind so genannte Shops, dass sind 1 m² große Holzstände, wo alles verkauft wird, von Essen über Hygieneartikel bis zu Schmuck und Sportgeräte. Man muss jedoch aufpassen als „Weißer“ da es hier einen Preis für die Ghanaer und einen Obruni-Preis, also für die „reichen“ Weißen, gibt.

An den anderen Seminartagen haben wir viel Theoretisches gemacht. Wir haben zum Beispiel gelernt, wie man einen Unterricht vorbereitet, über Do’s und Don’ts gesprochen und ein bisschen Twi bzw. Fanti gelernt. Superinteressant! Morgens haben wir meistens vor dem Frühstück schon Sport am Strand gemacht und nach dem Essen dann die einzelnen Lektionen.
Am letzten Abend des Seminars wurden dann die Trommeln ausgepackt und gefeiert. :D

Inzwischen sind wir alle in unseren Gastfamilien. Ich lebe zusammen mit Tomma, einer anderen Freiwilligen, bei der Familie Atta Baans. Die Familie ist Vierköpfig, unsere Gastmutter ist Lehrerin, unseren Gastvater haben wir bis jetzt noch nicht kennen gelernt und dann gibt es noch die zwei Töchter Awompa (5) und Effiba (2).  Wir sind nicht die ersten Freiwilligen, die diese Familie beherbergt und so haben wir hier ziemlich viel Freiraum und können selbst entscheiden wohin wir gehen und was wir machen. Tomma und ich haben jeweils ein eigenes Zimmer und so haben wir uns hier schon häuslich eingerichtet.

Da man hier mit Wasser sehr sparsam umgehen muss, wird bei uns viel mit Eimern gemacht. Zum Duschen hat man einen Eimer Wasser und das waschen der Klamotten muss man auch in Eimern, mit der Hand, machen.

Das Essen in Ghana ist insgesamt schärfer als in Deutschland, nach ein paar Tagen gewöhnt man sich da aber dran. Gestern habe ich dabei zugesehen wie meine Mutter und eine Nachbarin Fufu gestampft haben.

So ihr Lieben, ich glaube ich habe jetzt auch erstmal genug erzählt. Ich kann nur jedem raten, selber herzukommen um es mit eigenen Augen zu sehen. Denn auch wenn wir auf dem gleichen Planeten leben, es fühlt sich an, als wäre ich hier in einer ganz anderen Welt.

Sonntag, 21. August 2011

Infos über mich, mein Projekt und meine Trägerorganisation


Hallo erstmal, 

am besten stell ich mich gerade noch mal vor,  ich bin die Sandra, 19, und komme aus Kerpen der Geburtsstadt von Adolph Kolping. Im Juli 2011 habe ich nach 13 langen Jahren am Gymnasium der Stadt Kerpen endlich die Schule mit der allgemeinen Hochschulreife abgeschlossen. Wie alle anderen Abiturienten musste auch ich mir so langsam ernsthaft Gedanken über meine Zukunft machen. Studium? Ausbildung? Arbeiten oder doch erstmal was von der Welt sehen?

Für mich stand eigentlich schon seit ein paar Jahren fest, dass ich vor dem Studium erst einmal eine "Auszeit" einlegen und die Welt erkunden möchte. Schon während meiner Schulzeit habe ich versucht, so oft wie möglich an Austauschprogrammen teilzunehmen. So habe ich 2007 beim Schüleraustausch mit der Belleville Mennonite School in Pennsylvania, USA mitgemacht. Da habe ich so gute Erfahrungen gemacht, dass ich 2008-09 für 5 Monate erneut dorthin gereist und dort zur Schule gegangen bin. 2009 habe ich außerdem noch an dem Austausch mit unserer Partnerschule in Simrishamn, Schweden, teilgenommen. 

Durch eine Veranstaltung zum Thema "Freiwilliges Soziales Jahr", die vor einiger Zeit an meiner alten Schule stattgefunden hat, wo Ehemalige unserer Schule von ihren Erfahrungen während ihres FSJ berichtet haben, bin ich auf die Idee gekommen so etwas auch zu machen. Seither hat mich diese Idee nicht mehr losgelassen, und da bin ich nun und reise bald für 10 Monate nach Ghana um im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes in Agona Swedru, einer Stadt mit ca. 45.000 Einwohnern, ca. 1 Stunde von Accra, der Hauptstadt Ghanas, entfernt, an der Swedru International School (SWIS) den Unterricht für Kinder zwischen drei und zwölf mit zu gestalten und dort diverse Fächer zu unterrichten. 

Organisiert wird das ganze vom Kolpingwerk, meiner Trägerorganisation. Das Kolpingwerk wurde im 19. Jahrhundert von Adolph Kolping gegründet, um anderen Menschen zu helfen. Kolping, der zuerst eine Lehre zum Schuhmacher gemacht hat, ist gläubiger Katholik gewesen und später Priester geworden. Obwohl das Kolpingwerk auch heute noch auf christlichen Moralvorstellungen basiert, ist es nicht nur darauf begrenzt Christen zu helfen. Seit der Gründung Kolpings ist das Kolpingwerk stetig gewachsen und hat sich geographisch ausgeweitet. Inzwischen ist es in mehr als 60 Ländern tätig. 2011-2012 verschickt das Kolpingwerk über 30 Freiwillige in 8 Länder. Das Kolpingwerk arbeitet eng zusammen mit ARA (Agricultural and Rural Development Association), der Partnerorganisation vor Ort in Ghana, die mich und andere Freiwillige dort betreuen wird.  

Wie die meisten Sachen im Leben gibt’s auch diese Reise nicht umsonst. Der Internationale Jugendfreiwilligendienst wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Trotzdem muss ich einen Eigenanteil von 3000 € aufbringen. Das Kolpingwerk hat vorausgesetzt, dass ich mir dafür einen Förderkreis aufbaue. Dadurch muss der Freiwillige, also ich, den Beitrag nicht alleine tragen und so werden andere Menschen auf die momentane Entwicklungspolitik in Deutschland aufmerksam gemacht. 

An dieser Stelle möchte ich ganz herzlich allen danken, die mir mit ihren Spenden die Reise nach Ghana ermöglicht haben! VIELEN DANK!