Sonntag, 4. Dezember 2011

It’s been a long time


Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass es so lange her ist, seit ich das letzte Mal einen Eintrag gepostet habe. Dafür kann ich euch jetzt aber auch umso mehr erzählen.

Ich fang mal mit meinem Projekt an. Also die Schule steht noch. haha Diese Woche haben an unserer Schule die Exams angefangen. Jeden Tag werden dann in zwei Fächern die Abschlussklausuren für den Term geschrieben. Am Donnerstag habe ich mit meiner fünften Klasse Integrated Science geschrieben. Morgens war Mathe dran und um 12:30 Uhr haben sie dann angefangen Science zu schreiben. Ohne Spaß, ich war vorher ein schon ziemlich nervös, weil beide Klassen relativ schlechte Resultate während des normalen Unterrichts erzielt haben.
Um ehrlich zu sein ist bei der Planung vor den Exams auch einiges schief gelaufen. Uns wurde nämlich am Montag vor zwei Wochen erst gesagt, dass in der kommenden Woche Exams geschrieben werden und wir uns somit schon in der Revision Week befunden haben. Die letzte Woche vor den Exams wird hier traditionell zur Wiederholung genutzt. Da den Lehrern die Nachricht allerdings so spät erst mitgeteilt wurde, war keiner darauf eingestellt und keiner hatte seinen Unterricht dem entsprechend geplant. Ich persönlich dachte dass wir noch zwei Wochen Unterricht haben, bevor die Revision Week anfängt, weil das bei Tommas Schule so ist. Eigentlich hatte ich das dann so geplant gehabt, dass ich die zwei Wochen noch nutze um 2 Themen abzuarbeiten, die ich in den Exams abfragen wollte. Doof gelaufen, dadurch musste ich den Schülern dann in einer Woche 2 Topics beibringen und gleichzeitig noch die Wiederholung machen. Aber das ist mir hier schon mehrmals aufgefallen, dass mit der Planung funktioniert hier nicht so wie in Deutschland, wo jeder immer einen strikten Plan hat und alles schon Monate im Voraus geplant wird.
Was mir dann auch ganz schönes Kopfzerbrechen bereitet hat war der Bewertungsbogen, den ich vor den Exams noch ausfüllen musste. Wie ihr euch vielleicht schon denken könnt, ist hier das ganze Schulsystem etwas anders geregelt. Hier wird halt mit Marks gerechnet, also mit Punkten. Für Hausaufgaben gibt es Punkte, für Aufgaben während des Unterrichts gibt es Punkte und natürlich für Klassentests. Leider wurde mir am Anfang versäumt, dieses Bewertungssystem genau zu erklären. So wusste ich zum Beispiel nicht, dass 3 Tests geschrieben werden müssen und insgesamt 40 mögliche Marks-Punkte dabei rauskommen müssen. Und dass man vier Hausaufgaben bewerten muss, die dann 20 Punkte ergeben sollen. Aber es geht nur darum, wie man das Malheur mathematisch wieder ausbügeln kann. Dann wurden einfach Punkte multipliziert und addiert um auf die gewünschten 100 Punkte für die Arbeit im Unterricht zu kommen.

Nach einem schönen Wochenende, das wir erneut in Koforidua verbracht haben, um den Geburtstag von Niklas, einem unserer Freiwilligen zu feiern, ist jetzt eine kurze Woche vorbei, denn Freitag war Farmersday, einer der vielen Feiertage und deswegen keine Schule. Zusammen mit unserem Mentor sind wir nach Nsaba gefahren. Ein paar Fotos davon könnt ihr in der Diashow sehen, die ich inzwischen wieder ans Laufen gebracht habe. Normalerweise kommt der Präsident persönlich, da Atta Mills allerdings im Moment außer Landes ist, war der Vizepräsident anwesend, um die ganzen Farmer und ihre Produktivität zu  loben. Außerdem waren wieder einige Chiefs anwesend. Leider ist in der Nacht davor ein Chief bei einem Autounfall gestorben, dass heißt es gibt demnächst wieder eine GROSSE Beerdigung.

Vorletztes Wochenende waren wir in Botiasor bei unserem zweiten Seminar. Es war echt cool. Wir haben viel besprochen, wie’s in unseren Gastfamilien läuft, in unseren Projekten, Kritik angebracht und versucht Lösungen für Probleme zu finden. Abends haben wir dann ein bisschen Party und ein Lagerfeuer am Strand gemacht. Das Essen war nur leider viel zu gut, sodass ich mich total überfressen habe. Dadurch ist mir jetzt erstmal der Appetit auf Red Red vergangen. Generell ist Red Red aber superlecker. Es besteht aus Fried Plantains, also frittierte Kochbananen mit einer Art Bohneneintopf, hört sich vielleicht komisch an, schmeckt aber himmlisch.

Das Essen hier ist zwar ziemlich anders, schmeckt aber wirklich gut. Insgesamt ist es sehr Protein- und Kohlenhydratehaltig, ziemlich scharf und außerdem wird hier eine Unmenge von Öl verwendet, was natürlich Auswirkungen auf den Körper hat. Inzwischen wurde mir schon öfters gesagt, dass ich fett werde. Hier ist das ein Kompliment, trotzdem ist es ziemlich nervig, weil es bei uns ja ziemlich abwertend ist. Um ehrlich zu sein, merk ich das selber aber gar nicht sooo sehr. Also ich pass auf jeden Fall noch in meine deutschen Klamotten rein. Haha

So ihr Lieben, ich glaube es ist mal wieder an der Zeit mich zu verabschieden. Der Wetterbericht hat mir gesagt, dass es bei euch zu Hause schon ziemlich frostig ist. Deshalb schick ich euch zusätzlich zu vielen lieben Grüßen auch mal ein bisschen Ghanaische Sonne um euch ein bisschen zu wärmen ;D haha

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