Donnerstag, 10. Mai 2012

Hitting the road to travel to unknown places


 SO so, vor ein paar Tagen sind wir von unserer Reise zurückgekommen und seit Dienstag ist  die Schule wieder dran, deshalb wollte ich die Gelegenheit nutzen euch ein bisschen von meiner Reise zu erzählen bevor der Alltag wieder richtig losgeht. Insgesamt haben Tomma und inzwischen alle 10 Regionen Ghanas gesehen und haben zusätzlich noch einen kurzen Abstecher nach Togo gemacht. Damit ihr euch die Orte und unsere Erlebnisse besser vorstellen könnt, habe ich zusätzlich auch viele viele Bilder gemacht. Insgesamt über 1200 Fotos in drei Wochen.

Am 15 April gings für Tomma und mich los. Von Swedru aus, erstmal nach Accra und dann nach Aflao, dem südlichsten Grenzübergang zwischen Ghana und Togo. Direkt auf der Togolesischen Seite befindet sich dann schon Lomé, die togolesische Hauptstadt. Sobald man in Aflao aus dem Tro steigt, wird man schon begrüßt von Männern mit einem Bündel von Geld in der Hand um deine Ghanaischen Cedis in Togolesische CFA umzutauschen. Bepackt nur mit unseren Trekking Rucksäcken und den wichtigsten Sachen müssen wir zuerst zum Immigration office um den Ausreisestempel von den Ghanaischen Beamten irgendwo in den 32 Seiten des roten Büchleins zu bekommen, dass dich als Bürger der Europäischen Union auszeichnet. Dann geht’s weiter zum Immigration Office Togos. Während alle anderen zur Gepäckkontrolle müssen, werden Tomma und ich als einzige einfach so durch gewunken. 10.000 CFA hat uns das Visum für 7 Tage gekostet dann durften wir einreisen. Als wir dann mit dem Taxi aus dem Grenzgebiet rausfahren wollten, wurde das Taxi von einem  Mann in Uniform angehalten. Er blieb an unserem Fenster stehen und fragte uns total ernst, was wir in unseren Rucksäcken haben. Ein bisschen eingeschüchtert antworteten wir dass wir Klamotten und Hygieneartikel mit uns führen. Darauf meinte er: „Oh ok, I love you!“ So anders ist Togo also doch nicht.

Insgesamt haben wir 2 Tage in Lomé verbracht, wir waren am Strand und sind auf der Suche nach einer Künstlergemeinde durch die ganze Stadt gelaufen. Gerade als wir es gefunden hatten mussten wir dann auch schon wieder gehen, da wir erstmal eine Bank suchen mussten. Also haben wir uns mit Motorrädern, den dort gängigen Verkehrsmitteln kurz zur Bank und wieder zurück fahren lassen. Es war echt interessant zu sehen, wie die Künstler dort in ihren Ateliers oder ihrer Schmiede arbeiten. Billig war der Besuch nicht, aber wann kommt man mal wieder nach Togo. Als wir uns am 17ten mittags auf den Weg zur Station machen wollten um nach Kpalimé zu fahren, wurden wir auf der Straße von einem Mann angesprochen. Er stellte sich auf Englisch vor und erzählte uns dann von seinem Problem. Der Mann, besitzt einen Shop in Accra, ist Diabetiker Typ 1 und war auf einem Transitflug. In Lomé hat er wohl einen längeren Stopp gemacht und wollte sich ein bisschen die Stadt angucken. Er ist mit einem Taxi in die Stadt gefahren und hat in dem Taxi seine Tasche mit dem Insulin vergessen. Taxizentralen gibt es nicht, er hatte also nun ein großes Problem, denn Diabetiker dieses Typs müssen sich mehrmals täglich Insulin spritzen. Er hatte versucht Geld abzuheben, aber mit American Express kommt man nicht so weit. Sowohl Tomma wie auch ich waren erstmal ein bisschen überrumpelt und wussten gar nicht was gerade passiert. Wir stimmten aber trotzdem zu, ihm zu helfen, ihn zum Krankenhaus zu begleiten und für sein Insulin aufzukommen. Während Tomma im Taxi auf unsere Taschen aufpasste ging ich mit dem Mann ins Krankenhaus. Eine Box Insulin ist ziemlich teuer, selbst in Deutschland, das weiß ich weil ich in meiner Familie auch einen Fall von Diabetik habe. Weder Tomma noch ich hatten genug Geld in bar dabei, deshalb mussten wir, nachdem der Mann seine erste Insulinspritze bekommen hat, die er sich auch direkt vor meinen Augen gesetzt hat, damit wir nicht denken, dass er uns verarscht, erstmal wieder zur Bank. Mit 200.000 CFA weniger auf dem Konto sind wir dann wieder zurück in Richtung Krankenhaus.
So wurde es Spätnachmittag bis wir in Kpalimé angekommen sind. Dort haben wir uns erstmal in ein Restaurant gesetzt um auf den Anruf von Lily, einer Freiwilligen in Togo zu warten. Wie sich dann rausstellte  saß sie in dem gleichen Restaurant ein paar Meter weiter, zusammen mit ein paar anderen Freiwilligen aus Togo und der zweiten Gruppe von Ghanaischen Freiwilligen aus Ghana, die ihre Ferien auch für einen Ausflug nach Togo nutzen wollten.

Am nächsten Tag, dem 18ten April hatten wir mit Lily einen Ausflug zu einem Wasserfall in den Bergen Kpalimés geplant. Mittags sind wir erstmal zusammen Fufu essen gegangen, was nicht nur anders zubereitet wird sondern auch ganz anders schmeckt, da nur Yam als Zutat verwendet wird. Mit drei Motos ging’s dann durch die Berge zu einem etwas abgelegenen Dorf. Dort trafen wir auf die anderen Ghanaer und ein paar Togolesen und zusammen sind wir dann zu 12 in einem 5-Mann Pkw in die Nähe des Wasserfalls. Wir mussten dann zu Fuß weiter, einen schmalen Pfad hoch und runter durch die Berge. Nach ein paar Stunden an dem Wasserfall ging’s dann auch zurück. Eigentlich war ich schon vollkommen fertig aber wir hatten uns mit den anderen noch verabredet um etwas zu trinken, also kurz duschen und dann wieder los. Für mich war der Abend nicht so gelungen, weil, oh wunder, ziemlich viel Französisch gesprochen wurde, ich nur leider nix verstanden hab. Irgendwann kurz bevor Tomma und ich gehen wollten, hörte ich dann von den Togolesen „Happy anniverseraire“, ihnen wurde gerade erst gesteckt, dass heute mein Geburtstag war.

Nachdem wir uns in Ruhe Kpalimé, die togolesische Hochburg der Freiwilligen, angeguckt haben sind wir am 20ten zurück nach Ghana, genauer nach Ho. Um 14 Uhr waren wir an der Station und der Fahrer meinte es geht gleich los. Jaja, Ghana-Time. Die Zeit des Wartens war aber gar nicht so schlimm. Wir saßen gemütlich im Schatten, zwischen 30 Muslimischen Männern. Ziemlich interessant da einfach mal ne Zeit zuzugucken wie sie ihr alltägliches Leben leben. Interessant fand ich auch die rituelle Waschung vor dem Gebet. Gegen 17:30 Uhr sind wir dann endlich los, mit Tausend Gepäckstücken auf dem Dach durch einen ziemlich dichten Wald ohne gepflasterte Straße. Wie auch schon beim ersten Grenzübergang mussten wir zweimal unsere Pässe zeigen um wieder ein paar Stempel in unserem Pass zu erhalten. Die anderen Passagiere mussten jeweils einen Cedi zahlen und so haben wir mit der ganzen Bürokratie das ganze Tro aufgehalten. Um 6 Uhr wird es in Westafrika dunkel, so ging’s dann im Dunkeln nach Ho.
In der Nähe von Ho ist das Kalakpa Wildlife Sanctuary, das haben wir uns dann am nächsten Tag angeguckt. Außer wilden Schnecken und Schmetterlingen haben wir zwar nichts gesehen, aber der zweistündige Gang durch die Natur war wirklich toll. Natürlich hatten wir nicht dran gedacht uns die Nummer von den Fahrern der Motos geben zu lassen so blieb uns dann nichts anderes übrig, als zurück zum Dorf zu gehen. So gingen wir mit unserem Guide los, da es in Ghana unhöflich ist, Gäste nicht ein Stück nach Hause zu begleiten. Es waren zwar nur 3km, allerdings war es ziemlich heiß, weit und breit kein Schatten.

Am 22ten April sind wir dann nach Akosombo, wo wir den Rest unserer Gruppe treffen wollten. Beim einchecken in unser Guesthouse sind mir dann noch zwei Freiwillige aus Kumasi über den Weg gelaufen, die ich von dem fid-Seminar kannte. Lustig wie klein die Welt doch ist. Nach und nach trudelten dann die anderen vier ein, von nun an waren wir also zu sechst.

Die Fährfahrt über den Volta-Lake war ziemlich unspektakulär. Wir sind nachmittags los, haben die Nacht auf Holzbänken auf dem Deck verbracht und sind in der nächsten Nacht so gegen 1 Uhr an Land gegangen. Am zweiten Abend gab es ein starkes Gewitter mit Sturm und kübelweise Regen, aber es war auch irgendwie angenehm, weil dadurch die Luft um einige Grad abgekühlt ist. Wir sind dann am nächsten Tag von Yeji nach Tamale gefahren. Tamale, die „Bundeshauptstadt“ der Northern Region ist ziemlich anders als Swedru. Es gibt einen richtigen Fußgängerweg, die Straßen sind besser ausgebaut und insgesamt ist es viel ruhiger. Und trotzdem ist Tamale nicht unbedingt weiterentwickelt, da man sobald man die Hauptstraße verlässt direkt in dörfliche Verhältnisse hineinspaziert. Von Tamale aus ging es nach Bolgatanga und am selben Tag noch nach Paga, dem Grenzübergang nach Burkina Faso, mit drei Touristenattraktionen. Zum einen gibt es in Paga die heiligen Krokodile, ein Sklavencamp und dann noch den Chief’s Palace. Wir haben allerdings nur die Krokodile und das Sklavencamp gemacht, da jede dieser Besuche 9 Cedi Eintritt kostet für uns. Dabei wird immer unterschieden, ob du Ghanaer oder Ausländer bist. Ausländer zahlen meistens das Doppelte.

Von Bolgatanga sind wir weiter nach Wa, die Fahrt mit dem Metro Mass Bus hat insgesamt 9 Stunden gedauert und man musste vor 4 Uhr morgens schon an der Station sein, um sich ein Ticket zu sichern. Als wir also in Wa ankamen, waren wir alle ziemlich erschöpft. Eigentlich wollten wir aber gar nicht nach Wa sondern nach Wechiau, gelegen am Black Volta, der natürlichen Grenze zwischen Ghana und Burkina Faso. Dort gibt es ein ca. 40km² großes Reservat für Flusspferde. Um zu der „Lodge“ zu kommen, sind wir 18km mit Fahrrädern, die in Deutschland nicht mal mehr meine Omi fahren würde, durch die Nachmittagshitze Afrikas gefahren. Die Straße bestand aus Sand und die Sonne schien gnadenlos auf unsere Köpfe.
Dennoch war es das Geld wert, da man so das Land noch einmal auf ganz andere Weise entdecken konnte. Als wir ankamen mussten wir uns das selbst mitgebrachte Essen über einer Feuerstelle warm machen, bevor um 6 Uhr auch schon wieder die Sonne geht.
Wir alle haben glaub ich in der Nacht sehr gut geschlafen. Auf dem Dach der Lodge wurden für uns Matratzen mit Mosquitonetzen aufgebaut. Als ich in der Nacht kurz wach wurde, blinkten mir tausende von Sternen entgegen, da es in einem 20 km Radius keine Elektrizität gibt.
Morgens sind wir mit unserem Führer los, allerdings sind Flusspferde eher nachtaktiv, während des Tages bleiben sie im Wasser nur nachts gehen sie ans Ufer um zu grasen. So haben wir drei Flusspferde, bzw. drei Schnuten an der Wasseroberfläche gesehen. Am Anfang fand ich es ein bisschen enttäuschend, aber dann ist es doch hundert Mal besser, als die Tiere in einem Käfig eingesperrt zu beobachten.

Unser nächster großer Stopp war dann der Mole National Park, Heimat für etliche Vogelarten, Antilopen und andere Tiere wie Elephanten oder Wildschweine. Bei unserer Ankunft im Mole Motel war gerade eine Gruppe von 11 Elefanten am Wasser, was für ein perfektes Timing. Während Tomma, Hanna und ich uns ganz fasziniert die Elefanten angeguckt haben war das erste was die Jungs gemacht haben, in den Pool des Hotels zu springen.
Auch in dieser Nacht hat es wieder ziemlich gewittert und geregnet, so dass wir den geplanten guided walk morgens um 7 Uhr leider streichen mussten. War wahrscheinlich gar nicht schlecht, da Tomma inzwischen Fieber bekommen hatte. Auch Hanna war noch angeschlagen weil sie zu Beginn der Reise Malaria bekommen hat.  Nach einem Besuch in der Klinik des Nationalparks habe ich mit 2 anderen Besuchern einen Ausflug nach Larabanga gemacht, wo die älteste Moschee Ghanas zu finden ist. Später bin ich dann zusammen mit meiner Gruppe auf eine „Jeep“-Safari gegangen. Haha von wegen, da der einzige Jeep-Fahrer gerade auf Tour war, wurden wir kurzerhand in ein Trotro gesteckt.
In den 2 Stunden für 100 Cedi haben wir dutzende Antilopen, einige Pumbas (aber keine Timons) gesehen und das Highlight war die Sichtung eines Elefanten. Auch die nächste Nacht war wieder ziemlich kurz, da der Bus den Mole Park um 3:30Uhr morgens verlässt. Jeden Tag pendelt der Bus zwischen Mole Park und Tamale, allerdings macht er auch täglich nur eine Fahrt in beide Richtungen. Da wir Tamale schon gesehen hatten sind wir dann direkt weiter gefahren nach Kumasi, die „Hauptstadt“ der Ashanti-Region. Insgesamt saßen wir über 10 Stunden im Bus. Da wir alle inzwischen ziemlich blank waren haben wir dann beschlossen am nächsten Tag, dem 4ten Mai, wieder nach Hause zu fahren.

Was mir während dieser Reise aufgefallen ist, ganz abgesehen von den Unterschieden zwischen Nord und Süd, ist, dass es zwar schön ist zu reisen, aber umso schöner ist es dann auch endlich wieder nach Hause zu kommen und dort mit offenen Armen und einem fetten Grinsen empfangen zu werden.

Home sweet home.  66 Tage noch, dann geht’s auch endlich wieder zurück nach Deutschland!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen