An dieser Stelle möchte ich noch einmal allen denen, die mir diesen Aufenthalt in Ghana ermöglicht haben, von ganzem Herzen danken. Es war, glaube ich, die beste Entscheidung meines Lebens dieses FSJ hier in Ghana zu machen, aber ohne eure Hilfe waere es nicht moeglich gewesen.
So um euch alle jetzt mal wieder auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen, hier mein neuer Bericht.
Bei mir haben am Freitag, den 15ten Dezember endlich die Ferien angefangen. Dann habe ich erstmal 3 Wochen frei, bis ich am 10ten Januar dann wieder in die Schule zurück kehre. Seit Langem habe ich aber mal wieder das Gefühl, die Ferien auch wirklich verdient zu haben. Denn die letzten zwei Wochen in der Schule waren ganz schön anstrengend, mit Exams korrigieren und Zeugnissen erstellen etc.
Wahrscheinlich werde ich die Ferienzeit nutzen, um ein bisschen in diesem wunderschönen Land rum zu reisen. Vom 27ten Dezember an werde ich dann mit ein paar Freunden die Küste Ghanas unsicher machen. Wir fangen an mit 2 ruhigen Tagen in Senya Beraku, wo wir im Fort of Good Hope übernachten. Dann fahren wir zu einer Lodge am Strand, um dort Sylvester zu feiern und ab dem 1sten geht’s dann Richtung Elfenbeinküste. Natürlich sind wir mal wieder ziemlich spät dran mim planen, deswegen werden wir da einfach viel spontan entscheiden.
Ich freue mich auch schon riesig, endlich ein bisschen mehr von dem Land zu sehen, was inzwischen zu meiner dritten Heimat geworden ist. Auch wenn es ein fremdes Land ist, fühle ich mich inzwischen schon wie ein Teil davon. Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, wie schnell man sich an alles Neue gewöhnt.
Weihnachten, also heilig Abend, werde ich mit Tomma und ein paar anderen Freiwilligen zusammen verbringen. Denn hier in Ghana ist der 25te, der Boxing Day, eigentlich der entscheidende Weihnachtstag. Den werden Tomma und ich dann auch zu Hause mit unserer Gastfamilie verbringen. Wir haben noch eine Gastgeschenke vom Anfang übrig, außerdem lassen wir unserer Mutter noch ein Slate and Cover schneidern, eine traditionelle Kleidung für den Gottesdienst und andere Feste wie Hochzeiten.
Weihnachten hier zu feiern ist schon so ne Sache. So richtige Weihnachtsstimmung ist bei mir leider noch nicht aufgekommen, denn seien wir mal ganz ehrlich, das Einzige was mich hier daran erinnert, dass wir gerade in der Vorweihnachtszeit sind, sind die Weihnachtslieder, die ab und zu zu hören sind. Aber sonst fühle ich mich leider nicht so weihnachtlich, bei über 30 Grad Celsius jeden Tag, und anstatt von Schnee und Tannenbäumen sieht man hier Strand und Palmen. Haha…..
Den dritten Advent habe ich mit Freunden am Sir Charles Beach in Winneba verbracht. Allein die Vorstellung war schon ziemlich abstrus. Aber wir hatten trotzdem einen sehr schönen Tag. Wir haben vorher extra ein paar Früchte eingekauft, sind schwimmen gegangen und haben die meiste Zeit Karten gespielt. Advent mal ganz anders halt. :D Fotos von dem Tag könnt ihr euch auch in der Diashow angucken.
Mhhh.. was ist sonst noch alles passiert? Ach ja, inzwischen hatte ich leider schon Malaria, nach knapp 2 Monaten im Land. Auch wenn ich unter einem Mosquitonetz schlafe und Mosquitospray benutze, kriege ich trotzdem ständig Mückenstiche. Sehr beliebt bei den Mosquitos sind meine Füße, da ich hier die meiste Zeit auch nur Flipflops trage.
Es war ein Dienstag und irgendwie habe ich mich schon den ganzen Tag schlapp gefühlt, was allerdings auch so schon mal vorkommt, deswegen habe ich mir dabei nichts gedacht. Als wir zu Hause am Essenstisch saßen war mir auf einmal kalt, was ich schon sehr komisch fand. Nachdem ich meine Schwestern gebadet habe, hat meine Haut förmlich geglüht und siehe da ich hatte 39,5 Grad Celsius Fieber und außerdem noch andere typische Malaria-Symptome wie Durchfall und Kopfschmerzen.
Dienstagsabends geht meine Gastmutter meistens in die Kirche, also passen wir dann normalerweise auf die Kleinen auf. An dem Tag war das allerdings ziemlich ungünstig. Wir haben versucht, Mama auf dem Handy zu erreichen um ihr zu sagen, dass Tomma und ich ins Krankenhaus fahren, aber sie hatte ihr Handy leider zu Hause gelassen. Deswegen haben wir die zwei Kleinen dann bei einer unserer Nachbarinnen abgegeben und sind mit dem Taxi Richtung Krankenhaus gefahren. Da war es dann schon so 20 Uhr. Rückblickend bin ich froh, dass es erst abends ausgebrochen ist, weil das Krankenhaus tagsüber dermaßen überfüllt ist, dass man generell an die 3-4 Stunden oder auch den ganzen Tag warten muss, bis sich jemand um einen kümmert. Tomma hatte bevor wir losgefahren waren unserem Mentor, Emmanuel, bescheid gesagt, sodass er kurz nach uns angekommen ist. Nach circa einer halben Stunde wurde ich dann in den Emergency Room gerufen, wo ich erstmal die Symptome beschreiben sollte. Eigentlich war direkt klar, dass es sich zu 99% um Malaria handelt, trotzdem haben sie mir erstmal Blut abgenommen, um den Malaria-Schnelltest zu machen. Inzwischen hatte ich ziemlich starken Schüttelfrost bekommen, sodass ich nach dem kurzen Besuch im Labor wieder in den ER gebracht wurde. Da sollte ich mich dann erstmal hinlegen und habe 2 Infusionen bekommen, die das Fieber reduzieren sollten. Der Test hatte ergeben, dass ich Malaria +1 und eine Infektion habe.
Die Krankenschwester hat Emmanuel und Tomma daraufhin Medikamente kaufen geschickt. Als die beiden weg waren habe ich noch zwei Spritzen von der Krankenschwester bekommen, die ziemlich weh getan haben. Genau in dem Moment hat die Ärztin angefangen zu lachen, weshalb ich sie dann erstmal angeschnauzt habe, was es denn da zu Lachen gäbe. Leider hatte ich die ganze Situation missverstanden, denn sie war in dem Moment mit einem Medizinstudenten auf Fanti am reden und hat wegen etwas total anderem gelacht.
Na ja auf jeden Fall war ich ziemlich froh, als Tomma und Emmanuel wieder da waren, und ich mich langsam wieder ein bisschen beruhigen konnte. Die Ärztin hatte mir zwischenzeitig nämlich noch gesagt, dass ich über Nacht im Krankenhaus bleiben müsste, da meine Temperatur immer noch zu hoch sei. Nachdem ich dann eine Spritze mit dem Malariamittel in die Hand gestochen bekommen habe, musste ich ein bisschen warten.
Was ich schon echt ekelhaft fand, war, dass ich während des Wartens gemerkt habe, wie Käfer auf mir rumkrabbelten. Und das in einem Raum, wo Notfallpatienten behandelt werden.
Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich nicht gerade heiß darauf bin, noch mal in dem Krankenhaus behandelt zu werden. Zum Glück wurde ich so gegen 23-24 Uhr doch nach Hause entlassen, allerdings musste ich mir am Mittwoch um 9 Uhr die zweite Malariaspritze abholen. Der Stoff ist ziemlich stark sodass man wirklich merkt, wie das Medikament durch das Blut in deiner Hand den Arm hoch wandert und sich dann im Körper ausbreitet.
Außerdem muss man dann für 3 Tage morgens und abends jeweils 4 Tabletten gegen Malaria einnehmen, 3 Tabletten Paracetamol und 2 Tabletten Antibiotika täglich. Mit Medikamenten war ich also erstmal bedient. Ich war dann auch bis Ende der Woche nicht mehr in der Schule und der Montag danach war glücklicherweise ein Feiertag, sodass ich genug Zeit hatte mich aus zu ruhen. Die ersten zwei Tage gings mir ziemlich dreckig, aber danach habe ich mich dann einfach nur noch ziemlich schlapp gefühlt. So, das ist meine kleine Geschichte zu meinem ersten und hoffentlich letzten Aufenthalt im Governmental Hospital von Agona Swedru.
Mehr interessante Geschichten werden noch folgen. Mal sehen, was das neue Jahr dann so alles mit sich bringt. :D Auf jeden Fall freue ich mich schon riesig über den Besuch von meinem Papa und meinem Bruder im Februar.
Doch bis dahin wünsche ich euch allen Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2012...